26.07.2010
Loveparade
Es war wohl das Ereignis vom Samstag, das wohl niemanden unberührt lässt. Eine Party, an der einfach nur gefeiert werden sollte – und dann so etwas.
Wie viele andere, wundere ich mich darüber, was da passiert ist. Auf der letzten Loveparade waren 1,6 Mio Besucher – noch einmal: einskommasechsmillionen! Und nach einem Jahr Pause soll die Loveparade nun nur noch 250.000 Raver anlocken??? So groß war gerade einmal der Platz, auf dem gefeiert werden sollte.
Was passiert, wenn ich die Ventile eines Dampf-Kochtopfes blockiere? Er fliegt mir um die Ohren. Was passiert, wenn ich mit zwei Leuten in einem Büro arbeite und weniger als 16 qm Arbeitsfläche habe? Der Arbeitsschutz tritt mir auf die Füße. Ist der Bus voll, lässt mich der Busfahrer nicht mehr hinein… usw. Alles für die Sicherheit.
So und jetzt mussten zwanzig Menschen sterben, weil man dachte: “so viele kommen wohl nicht, da reicht ein Platz für nur 1/7 der Besucher der letzten Loveparade; schicken wir sie einfach durch einen Tunnel.” Entschuldigt aber: Wie doof muss man sein?
Profitgier – Dummheit – Planlosigkeit – Inkompetenz – alles Schlagworte, die mir einfallen. Wisst Ihr: Ich habe viele Jahre Kinos in Münster geleitet. Unser Ziel war es, den Besuchern 2 Stunden vergnügen und SICHERHEIT zu bieten. Abgeschlossene Notausgänge gab es bei uns nicht. Einmal jährlich die Sicherheitsbelehrung. Begehungen der Feuerwehr und des TÜVs – hätte es eine Katastrophe gegeben, sie wäre nicht aufgrund von Sicherheitsmängeln entstanden; da hätte schon das Gebäude einstürzen müssen.
Es ist so traurig, dass hier offensichtlich absolute Dilettanten am Werk waren. Dazu Polizei und Security die überfordert waren (ohne ihnen einen Vorwurf zu machen).
Gegen 23.00 Uhr wurde die Party beendet und man hörte “Buh-Rufe”. Man sah heitere Leute, die in Kameras grinsten. Ich sehe auch hier massive Fehler seitens der Organisation. Hat den Leuten eigentlich jemand klar gemacht, dass sie an dem Ort waren, wo sich gerade einer der größten Katastrophen NRWs zugetragen hat? Stille – eine Minute des Gedenkens und die Bitte, still das Gelände zu verlassen. Das wäre meine Lösung gewesen.
Aber mich fragt ja niemand.
Mein Mitgefühl gilt den Familien der mittlerweile 20 Opfern.
Tief betroffen
Guido

Es ist zwar traurig aber das Leben geht weiter. Irgendwann sollte man aufhören alles in den Medien breitzutreten.