Ich wollte ja noch meinen Venus-Bericht weiterführen. Bitte, hier ist er.
Ich stand nun am Eingang mit meinem Koffer auf Rädern. Hier war das erste Mal “Taschenkontrolle” angesagt. Beim reingehen? Das ich nichts hineinschmuggele? Was denn, bitteschön. Zwei Trinkpäckchen, zwei Schnittchen. Ich wollte mit dem Türsteher nicht wirklich diskutieren, also packte ich mein Brot über die Trinkpäcken. So von wegen „Getränke mitbringen verboten“. „Ist ja klar – Preise erhöhen, da haben Gastronomen natürlich Angst, dass die Besucher bei Ihnen sparen“. Eine merkwürdige Logik.
Durch die Tür und schon geht es los mit der Werbung. Eine Plastiktüte von einer Erotik-Shop Kette mit Katalogen, eine Dame, nur mit einem Höschen bekleidet. Mit ihr kann man sich fotografieren lassen und die Gaffer-Fotografen stehen schon bereit. Keine Zeit. Ich gehe an ihnen vorbei und habe doch ein klein wenig Mitleid. Mir wär kalt.

Der Rest der Messe – das muss ich Dich, liebe Leserin, lieber Leser – vielleicht ein wenig enttäuschen. Es gibt nicht so viel neues, wie ich es mir wünschen würde. Es ist keine CeBIT, die jedes Jahr mit etwas Neuem aufwarten kann. Die Aussteller und die Branche tun sich ein wenig schwer, richtig gutes am Markt zu platzieren.

Die Videoproduktionen zeichnen sich durch Action aus. Auf kleinen Bühnen tanzen die Damen aus den Videos (mal mehr, mal weniger) züchtig an Stangen oder auf Tischen. Nein – Hardcore ist verboten auf der Messe! Nackig, lasziv, erotisch, das zieht die Leute an. Männer, die mit Kameras an den Tischen stehen und darauf warten, ein „heißes Video“ oder einen „geilen Schnappschuss“ zu kriegen. Da sieht man, für welche Zielgruppe sie produzieren. Aber mir bleibt eine Frage: „Woher kommen die alle? Heute ist Händler und Pressetag. Die sehen alle so… so… so gar nicht nach Presse aus. Und wer will so Produkte verkaufen, nur weil sie gesehen haben, dass sich ein paar Frauen gegenseitig ausziehen? Sagt das etwas über die Qualität der Videos aus?“ Egal, Filme haben wir sowieso nicht im Programm.

Bei den Spielzeugen ist es so eine Sache. Ein paar wenig spannende Dinge habe ich gesehen. Da gibt es ein Toy für die Frau, was mit zwei Motoren ausgestattet ist. Einer für die klitorale, einer für die G-Punkt-Stimulation. Außerdem ist die Verbindung so flach, dass man sie sogar beim Verkehr weiter tragen kann. Ich frage nach, wie es mit den Konditionen aussieht: Ich werde ernüchtert. Für die Endkundin wird der Preis bei ca. 120€ liegen. Aua. Das läuft nicht wirklich. Dazu kommt noch, dass man mindestens eine Kiste abnehmen muss, also ein paar mehr. Wie viele weiß ich schon nicht mehr. Ich hab bei dem Preis erst einmal abgeschaltet. Der Rest der Toystände lass ich mal außen vor. Wie gesagt: es gibt nicht so viele neue tollen Dinge.

Von zwei weiteren Highlights möchte ich noch berichten: Die bekannten Firmen Funfactory und Wolwin, von denen ich ja schon hier an verschiedenen Stellen berichtete. Bei den ersten fand ich eine neue Version der Smartballs. Und dabei fällt mir eigentlich nur die prekäre Liefersituation an. Warum produzieren sie noch weitere Versionen, wo ich für eine Kundin schon seit Wochen auf Smartballs in silber/schwarz warte? Ich warte auf die Lösung dieser Frage. Bei Wolwin hat man auch erkannt, dass Beckenbodentrainer ebenfalls gut ins Programm passen. Deswegen war ich hier! Endlich die Konkurrenz der Smartballs zu sehen und ich bin überzeugt, dass wir komplett umstellen werden. Ich habe ja schon berichtet, dass die Liefersituation mäßig ist. Wenn Wolwin hier punktet, dann ist das schon ein überzeugendes Argument. Aber noch mehr Punkte sprechen für sie: Sie sind etwas schmaler und haben nur ein Bändchen. Solange ich noch kein Foto habe, versuche ich sie einmal so zu beschreiben: Es sind zwei Kugeln in einem Gehäuse, also nicht zwei unabhängige Kugeln, verbunden durch ein Band. Sie sehen ein wenig mehr aus wie eine Erdnuss. Und das besondere: Sie sollen in verschiedenen Gewichtsklassen auf den Markt kommen. Lieferbar sollen sie Mitte November sein. Ich bin gespannt.

Ein kleines Highlight hatte ich noch gegen Mittag. Ich traf mich mit Anja Koschemann von SelfDelve. Ich habe ja schon an anderer Stelle berichtet, wie klasse ich ihre Ideen im Bereich Toys finde. Wir haben ein wenig geplaudert und hatte das Gefühl, dass alleine durch das Gespräch wir beide schon wieder neue Ideen im Kopf hatten. Es geht doch nichts über ein gutes Brainstorming!

Das war mein kleiner Bericht über meine Eindrücke der Venus. Ob ich mir das im nächsten Jahr noch einmal antue, ich weiß es nicht.

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